2. Der Flugplatz Blois le Breuil

2.1 Etwas Geschichte.

Der Flugplatz wurde 1938 von der französischen Luftwaffe eingerichtet, sagen wir unter dem Druck gewisser Ereignisse... Damals bestand er aus einer mehr oder weniger runden Fläche. Von der Geschichte des Flugplatzes während des 2. Weltkriegs wissen wir wenig, obwohl noch viele Bautenreste von einer regen Aktivität bezeugen. Der Platz wurde kurz 1940 von der französischen Luftwaffe während des Rückzuges benutzt. Der berühmte Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry blieb dort mit seiner Aufklärungsgruppe ein Paar Tage stationiert und soll im Bauernhof ein Paar Seiten seines berühmten Werks "Flug über Arras" geschrieben haben.

Der Flugplatz wurde dann von der deutschen Luftwaffe "gepachtet" und wurde ziemlich ausgebaut. Eine große, halbrunde Halle entstand, da wo jetzt die kleinen Hallen der Amateur Flugzeugbauer stehen. Sie war eine großartige Holzkonstruktion, die noch viele Jahre gute Dienste leistete. Sie stürtzte erst in den achtziger Jahre ein und wurde dann vernichtet. Viele Barracken wurden gebaut, der Bauernhof diente als Zentrale oder Quartier. Der Flugplatz diente für Aufklärungs- und Wetterbeobachtungsflüge in Richtung England.

1944 übernahmen kurz die Amerikaner, dann die französische Luftwaffe den Flugplatz nur für einige Jahre. Seit dieser Zeit bis in den achtziger Jahren blieb aber Grund, Boden und Gebäude militärisches Eigentum, was Schwierigkeiten bei der Gebäudewartung und Sanierung bereitete.

Mit Segelflug wurde 1947 oder 48 angefangen.

In den 60er Jahren rechnete man noch mit einer großen Zukunft für die allgemeine Luftfahrt und die Geschäftsfliegerei. Die Handelskammer von Blois und Vendôme investierten damals in dem Bau einer 800 m langen Beton- und Grasbahn, die aktuelle 12/30. Zugleich wurden an der Hauptstraße die jetzige Flugzeughalle, das Restaurant "Le Concorde" und ein Clubhaus gebaut, so daß der Verein den Bauernhof von Villeroux verließ und in die neuen Räumlichkeiten einzog. In den 80er Jahren wurde die Landebahn auf 1.250 m verlängert, eine Nachtbefeuerung eingebaut und sogar ein VOR Funkfeuer in Betrieb genommen. Die Krise der allgemeinen Luftfahrt und die Entwicklung der Wirtschaft machten jedoch diesen Initiativen einen Strich durch die Rechnung. Heutzutage wird der Flugplatz hauptsächlich von dem dortigen Motorflug- und Segelflugverein benutzt. Zweimotorige Flugzeuge kommen nur selten. Aus dem VOR ist ein NDB geworden. Nur die Flugleitung wird noch sehr aktiv betrieben. Ein IFR Anflugverfahren ist veröffentlich, wird aber selten benutzt.

Also viel Platz, wenig Betrieb : Ideale Bedingungen für den Segelflugsport. Inzwischen haben schon auf dem Flugplatz zweimal die französische Meisterschaften stattgefunden. 100 Segelflugzeuge mit Hänger, Helfern und Schleppmaschinen können problemlos hier ihren Platz finden.

2.2 Das fliegerische Umfeld

Der Flugplatz liegt fast mittig zwischen den Städten Blois und Vendôme und zwischen den 2 Flüssen La Loire im Süden bei Blois und Le Loir im Norden bei Vendôme. Er ist im Prinzip gut zu erkennen. Allerdings ist bei tiefen Anflügen aus dem Osten am Abend (Die tiefe Sonne im Gesicht) Vorsicht geboten, denn man sieht ihn dann schlecht.

50 km im Osten liegt der Militärflugplatz Orléans Bricy, wo die gesamte Transportkapazität der französischen Luftwaffe stationiert ist (Transalls und C-130 Hercules). Ein Beschränkungsgebiet bestehend aus mehreren D-Lufträume ist vorhanden (siehe ICAO Karte), bereitet aber bei Überlandflügen kaum Schwierigkeiten (Funkkontakt, sonst am Wochenende meistens nicht aktiv).

40 km im Norden liegt ein anderer Militärflugplatz, Chateaudun, mit sehr geringer Aktivität : Dort werden die ausgedienten Flugzeuge der Luftwaffe in Riesenhallen auf alle Fälle konserviert ! Der entsprechende D-Luftraum ist nach Rücksprache mit Orléans-Bricy Approach anfliegbar (in englisch oder französisch). Zwei Durchflugrouten ermöglichen diesen Luftraum von oder nach Norden zu durchfliegen. Weiter im Norden (100 km von Blois) fängt das Beschränkungsgebiet für den Luftverkehr der Flughäfen Charles de Gaulle und Orly an. Dort herrschen Verhältnisse ähnlich wie in Frankfurt. Der Überflug der Stadt Chartres ist nur bis Flugfläche 55 gestattet.

50 km im Westen von Blois liegt die Stadt Tours mit einem halb militärischen, halb zivilen Flugplatz. Dort sind Alphajets stationiert. Das Beschränkungsgebiet ist nur in Ausnahmefällen durchlässig.

Richtung Südwesten und Süden ist trotz vieler Striche und Gekritzel auf der ICAO Karte für den Segelflug alles frei, wenn man sich an die VMC Regeln hält. Übrigens, Wolkenflug ist in Frankreich strengstens verboten !

Alles das hört sich schlimmer an als es in Wirklichkeit ist : Frankreich ist groß und der Luftverkehr erscheint entsprechend sehr dünn. Man sieht selten andere Flugzeuge, außer Segelflugzeuge. Trotzdem heißt es, nach draußen schauen !

 

2.3 Der Flugbetrieb am Flugplatz

Die Landebahnen 02/20 und 12/30 bilden ein L mit einer Öffnung von etwa 100° (Siehe anbeiliegende Skizze). Grundsätzlich finden am Flugplatz 4 Arten von Flugbetrieb statt : Motorflug, Segelflug, UL-Flugzeuge und episodisch Kunstflug.

2.3.1. Der Motorflugbetrieb

Dieser wird hauptsächlich von dem dortigen Verein und von den Amateurflugzeugbauern getragen. Im Sommer kommen auch viele Besucher, da der Flugplatz als ideale Ausgangsbasis für den Besuch der Schlösser an der Loire gilt.

Eine Faustregel : Die Motorflugplatzrunden der 4 möglichen Startrichtungen sind auf der Außenseite des von den Bahnen gebildeten L gelegen. Platzrundenhöhe ist 1000 Fuß. Die Motorflugzeuge benutzen hauptsächlich die Betonbahn, auch wenn der Wind nicht richtig orientiert ist. Die 02/20 wird von Motorflugzeugen nur benutzt, wenn der Seitenwind auf der Betonbahn wirklich zu stark ist. Ausnahme sind die Amateurflugzeugbauer, die wegen der Lage ihrer Hallen die 02/20 oft und gern benutzen.

Die Grasbahnen sind sehr breit (150 Meter) und sind virtuell in der Länge geteilt für Motorflug und Segelflug, entsprechend der Platzrundenseite.

Die Flugleitung (Le service AFIS) ist zwischen 09.00 und 12.00, sowie zwischen 14.30 und 17.30 besetzt. Die Frequenz ist 118.45. Sprachen : französisch und englisch. Sie hat lediglich eine beratende und informative Rolle. Ihre Anweisungen müssen nicht befolgt werden. Der Pilot behält die letzte Entscheidung, allerdings geschieht alles unter eigener Verantwortung ! Man sollte auch wissen, daß der Funkverkehr aufgenommen wird. Ist die Flugleitung geschlossen, so darf nur noch in französisch gefunkt werden.

Funkkontakt ist erforderlich, insbesondere bei Handlungen, die außerhalb des normalen Flugbetriebes liegen, wie zum Beispiel eine Landung auf einer anderen Bahn als die Empfohlene oder bei tiefen Endanflügen, die die Motorflugplatzrunde beschneiden. Man meldet sich im Gegenanflug, Quer- und Endanflug. Jedes Mal erhält man eine Bestätigung mit der Windgeschwindigkeit und Richtung.

 

 

2.3.2. Der Segelflubetrieb

2.3.2.1. Die Startaufstellung

Der Segelflugbetrieb wird auf dem Flugplatz durch zwei Vereine getragen. Insofern ist eine gewisse Gestaltung der Startaufstellung erforderlich, damit

Werden die Flugzeuge zum Start gebracht (Siehe Plan "Der Weg zum Start"), so dürfen sie nicht direkt auf der Startbahn aufgereiht werden, es sei den, der Start steht unmittelbar bevor, sondern auf dem Abstellplatz hingestellt werden. Dort können ohne Hektik Vorflugkontrolle durchgeführt werden, Wasserballaste gefüllt, Pilotenballaste geleert, Butterbrote gegessen werden, usw... Die Flugzeuge werden erst am Start aufgereiht, wenn sie eben startbereit sind, und wenn die jeweiligen Piloten auch anwesend sind. Damit wird vermieden, daß Flugzeuge deren Piloten zum Beispiel fürs Mittagessen verschwunden sind, den Start von anderen verhindern, nur weil dadurch einen guten Platz in der Startfolge gesichert werden sollte.

Zwei Schlangen mit jeweils maximal 4 oder 5 Flugzeuge werden gebildet, um den parallelen Schleppbetrieb zu ermöglichen.. Eine Entfernung von ca. 20 Meter muß zwischen beiden Reihen frei gelassen werden, damit man noch dazwischen ein Flugzeug bewegen kann, falls nötig. Die Schlangen werden dann von hinten wieder mit neuen Flugzeugen aus der Abstellfläche aufgefüllt. (Siehe den Plan "Die Startaufstellung").

 

2.3.2.2. Rundum den Start

Im Prinzip, was uns am meisten interessiert. Sagen wir es eingangs : Die deutsche SBO gilt in Frankreich nicht ! Dort gibt es eigentlich keine fest definierte und eng interpretrierte Vorschrift. Eher handelt es sich um eine Art mündliche Tradition, die hauptsächlich durch die Ausbildung der Fluglehrer in Saint Auban verbreitet wird. Die Franzosen sind jedoch mindestens genau so sicherheitsbewußt , wie die Deutschen, auch wenn manches lockerer aussieht. Locker ist nämlich alles, so lange nichts passiert. So lange wird auch nichts groß geprüft und kontrolliert. Wenn sich aber etwas ereignet, dann ist meistens der Teufel los : Die lockere und freie Art und Weise des Umganges ist kein Hinweis dafür, daß man sich alles erlauben kann.

Wie die Flugzeuge in Startposition gebracht werden, entnehmen Sie aus dem anbeiliegenden Plan. Es ist ständig darauf zu achten, daß die Landebahnen zügig durchquert werden, nachdem man sichergestellt hat, daß kein Flugverkehr ansteht, auch wenn die Bahn vermeintlich nicht in Betrieb ist ! Am besten nimmt man ein Handfunkgerät mit und hält mit der Flugleitung auf 118.45 kurz Rücksprache. Stützrad und Schleppstangen werden WÄRMSTENS empfohlen.

Die Schleppflugzeuge landen grundsätzlich mit dem Seil. Meistens wird folgendes gemacht :

Start auf der 30 : Die Schleppmaschine landet auf der 02 und überholt dann die Segelflugzeugreihe von hinten bis zum Ersten an der Reihe zum Einklinken.

Start auf der 20 : Die Schleppmaschine landet auf der 12 und überholt die Segelflugzeugreihe von hinten.

Damit ist die schnellste Startreihenfolge gewährleistet und keiner braucht groß hinter dem Seil zu laufen.

Wie Sie das Schleppseil am Segelflugzeug einhängen, bleibt Ihnen natürlich überlassen. Jeder sollte wissen, daß die französischen Schleppseile KEINE Sollbruchstelle haben, und daß sie grob überdimensioniert in der Bruchlast sind. Kommen Sie in kritischer Lage hinter der Schleppmaschine, können Sie also auf keinen Fall damit rechnen, von einem Seilriß gerettet zu werden.

Die in Deutschland übliche Gestik des Starthelfers, um den Start freizugeben, wird zwar von den Franzosen mit Interesse beobachtet, aber überhaupt nicht verstanden. Sie führt höchstens zur Konfusion und Verwechslung. In Frankreich gilt nur folgendes :

Liegt die Fläche im Gras, so geht der Schleppilot davon aus, daß das Segelflugzeug nicht startbereit ist. Solange passiert nichts. Höchstens wird das Seil langsam gestrafft. Wird die Fläche gehoben, ist es das Zeichen, daß das Segelflugzeug startbereit ist UND, daß das Seil straff ist. Dann wird unverzüglich Gas gegeben. Der Helfer darf also die Fläche erst waagerecht stellen, wenn der Pilot ihm durch Handzeichen die Freigabe erteilt hat UND, wenn das Seil straff ist. Seine Startbereitschaft meldet der Segelflugzeugpilot per Funk an die Schleppmaschine. Diese übernimmt dann den Sprechfunkverkehr.

Wenn der Schleppilot mit dem Seitenrudder links und rechts häftig wackelt, bedeutet das, daß er an Ihre Maschine etwas gemerkt hat, das nicht normal ist. Meistens werden Ihre Bremsklappen noch ausgefahren sein. Wenn das vor dem Start passiert, wird er auch so lange nicht anschleppen, bis der normale Zustand wiederhergestellt ist. Wenn das im Flug passiert, überprüfen Sie schnell Ihre Bremsklappen und ggf. Ihren Bremsfallschirm und korrigieren Sie entsprechend.

Für die Piloten, die am Platz zuhause nur eine Winde haben und nur das Minimum an F-Schlepps wegen der Berechtigung absolvieren : In Frankreich gibt es fast nur F-Schlepp. Also erwarten die Schleppiloten, daß Sie in dieser Übung absolut fit sind. Manchmal wird auch in Aufwinden recht steil gekurbelt (nicht über 30°), um die Schleppdauer kurz zu halten. Man kommt an anderen Segelflugzeugen dabei auch etwas näher. Wenn Sie sich nicht sicher fühlen, ist es besser, Sie klinken von selbst aus.

Geschleppt wird bis 500 Meter. Höher schleppen ist nicht vorgesehen, auch nicht notwendig. Die Schleppiloten sind meistens bestrebt, einen Aufwind zu finden. Ausklinkzeichen wird durch deutliches Flächenwackeln gegeben und manchmal auch per Funk durchgegeben (siehe Anlage 11). Dieses Zeichen duldet weder Widerspruch noch Aufschub, denn das Schleppflugzeug leitet dann sofort einen sehr steilen Sinkflug ein. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie für den ganzen Tag, bis zur abendlichen Landung, frei wie ein Vogel !

Oder auch nicht ! Nehmen wir an, Sie können aus irgend einem Grund nicht ausklinken. Dann wird Sie die Schleppmaschine zurück zum Boden bringen. Das läuft so ab : Nachdem Sie festgestellt haben, daß das Ausklinken nicht funktionniert, wackeln Sie deutlich mit den Flächen. Der Schleppilot wird Ihre Lage verstehen und dies mit einem heftigen Wackeln des Seitenrudders bestätigen. Fahren Sie dann Ihre Bremsklappen voll aus und fliegen Sie hinter der Schleppmaschine in tiefer Position (unter dem Propellerwirbel). Der Schleppilot wird mit 2 bis 3 m/s sinken, mit einer Geschwindigkeit von ca. 120 KmH. Lassen Sie Ihre Bremsklappen ausgefahren. Er bringt Sie an der Landebahnschwelle, wo Sie auch landen. Sobald Sie am Boden sind, klinkt er an seiner Seite aus, gibt wieder vollgas und startet durch, damit Sie frei ausrollen können, fertig !

Bemerkung : Beim Start und im F-Schlepp unterhält der Segelflugzeugpilot keinen Kontakt mit der Flugleitung. Das macht die Schleppmaschine. Insofern ist es für den Segelflieger auch nicht notwendig, sich abzumelden wenn er die Platzfrequenz verläßt. Anders verläuft das bei Motorseglern oder eigenstartfähigen Segelflugzeugen : Diese müssen den Funkverkehr bis zur Abmeldung vollständig abwickeln.

2.3.2.3. Rundum die Landung.

Die Segelflugplatzrunden befinden sich immer innerhalb des von den Landebahnen gebildeten L. In Frankreich wird die Platzrunde etwas anders eingeleitet, als in Deutschland : Die Franzosen kennen "Die Position" nicht. Sie kennen den Anfang des Gegenanfluges, und der befindet sich nämlich querab zum Ende der Landebahn, wo man landen möchte. Dort sollte man in Idealfall noch 250 Meter über Grund haben. 200 tun es auch noch, aber tiefere Platzrunden werden nicht gern gesehen. Noch unbeliebter sind waghalsige Überflüge jeglicher Art. Vom Anfang des Gegenanfluges an, läuft alles exakt wie in Deutschland ab. Ist die Bahn von einem Segelflugzeug besetzt, dann weichen Sie daneben ab, und zwar immer in Richtung der Motorflugbahnhälfte. Über Blois dürfen Sie alles sagen, aber nicht, daß Sie keinen Platz zum Landen hatten !

Bei schwachem Wind landen am Abend die Segelflugzeuge, die bei unserem Bauernhof Ihre Bleibe gefunden haben, gern auf dem Motorflugteil der Landebahn 02/20, auch wenn die 12/30 in Betrieb ist. Der Vorteil liegt auf der Hand : Bei einer geschickt angelegten Landestrecke ist dann die Schleppstrecke, bis zum Hänger und bis zum Bier, ganz kurz ! Doch ist erhöhte Aufmerksamkeit am Funk und Luftraumbeobachtung notwendig, insbesondere, wenn bei der Landung auf der 20 die Betonbahn in geringer Flughöhe überquert wird. Achten Sie beim Ausrollen auf die weißen UND auf die gelben Landereiter. Nach den gelben Landereiter ist der Boden recht holprig !

Es wird dringend empfohlen (ist eigentlich Pflicht !), sich bei der Landung im Gegenanflug und im Endteil über Funk zu melden, auch wenn die Flugleitung nicht besetzt ist

2.3.2.4. Rundum die Außenlandung

Ich kann nicht umhin, dieses Kapitel über den Flugbetrieb zu beenden, ohne einen Ausflug zum Thema Außenlandung zu machen !

Sie werden von oben feststellen, daß die Felder meistens riesengroß sind, daß das Land dünnbesiedelt ist und daß viele Stromleitungen die Landschaft durchqueren. Alles Faktoren, die in der Landeentscheidung eine Rolle spielen. Landen Sie möglichst nicht zu weit weg von BEWOHNTEN Ansiedlungen. Sonst ist laufen angesagt. Telephon ist jetzt fast überall zu finden. Die Telephonnummer des Bauernhofes ist :

02 54 20 87 37

egal von wo Sie in Frankreich anrufen. Wenn Sie ein Handy haben, nehmen Sie ihn mit. D-Netz GSM funktionniert in Frankreich ganz gut.

Mit ein wenig Glück kann eine solche Außenlandung ein Vergnügen werden. Der Weg vom Telefon bis zur Einladung an den bäuerlichen Tisch oder bis zum Weinkeller ist manchmal ganz kurz und bleibt meistens in Erinnerung. Geschickte und stilechte Schmarotzer pflegen, in der Nähe von entsprechend aussehenden Landsitzen, ihren Flug zu beenden !

Die geschickteste Art, seine Position am Telefon durchzugeben ist, die Michelin Karte mit Maßstab 1/200.000 zu benutzen. Die Nummer 64 darf in keinem Flugzeug fehlen.

Man kann nicht über die Außenlandung reden, ohne einige Worte über die Gendarmerie, also die Feldpolizei, zu verlieren. Auch wenn man ihr sonst fast nie begegnet. Bei Außenlandungen sind sie oft zufällig dabei. "Les Flics", wie man sie nennt, wenn sie nicht zuhören, sind auf dem Lande meistens sympathisch und hilfsbereit, vorausgesetzt man hat die Papiere vom Flugzeug und vom Pilot dabei und man geht höflich mit ihnen um. Es wäre erstaunlich, wenn sie einem ausländischen Segelflieger Ärger machen würden.

Vermeiden Sie Landungen in Kulturen : Abgemähte Felder sind meistens ausreichend vorhanden. Sie ersparen sich möglicherweise Schaden am Flugzeug und an fremdem Eigentum. In einem Streit mit einem verärgerten Bauer würden Sie wahrscheinlich, der Sprache wegen, den Kürzeren ziehen !

Noch etwas : Wir geben in der Anlage eine Liste von Privatflugplätzen mit Koordinaten an, die natürlich sehr hilfreich sein könnten. Allerdings erfordert die Identifizierung solcher Flugplätze einiges an Ortskenntnis, besonders in der Sologne. Verlassen Sie sich also nicht blind darauf, denn wenn es darauf ankommt, könnte es sein, daß Sie den Platz gar nicht finden. Für diesen Fall, lieber in einem Acker gut vorbereitet gehen, als bis zum letzten Moment nach dem rettenden Flugplatz suchen und dann in einem Baum oder in einer Telefonleitung hängen bleiben ! Vergessen Sie nicht, daß Sie auf einem solchen Privatplatz nicht unbedingt willkommen sind.

Übrigens, ein ganz interessanter Überlandflug kann sein, so viele wie möglich dieser Flugplätze von ganz oben anzufliegen und zu identifizieren.

 

2.3.3. Der UL-Flugbetrieb

Die UL-Flieger verfügen über eine kleine Landebahn mit Richtung 02/20, direkt an der Westseite der normalen 03/21, und zwar in der Nähe der 03 Schwelle (Siehe Lageplan). Die UL-Platzrunde befindet sich innerhalb der Segelflugplatzrunden 02/20. Neuerdings dürfen sie auch die 4 Landerichtungen auch verwenden, in parallel mit den Segelflugzeugen. Zu beachten ist, daß die UL-Flieger F-Schlepp betreiben und auch bis ca. 500 Meter Höhe schleppen. Der UL-Flugbetrieb bereitet jedoch für die Segelflieger keinerlei Probleme.

 

2.3.4. Der Kunstflug

Die Betonbahn bildet zugleich eine Kunstflug Achse, die dann natürlich nicht überflogen werden darf. Ab und zu kommen die französische Kunstflugmannschaft oder Privatflugschulen zum Trainingslager mit mehreren Maschinen. Dann gilt die gleiche Regel, allerdings nicht sporadisch, sondern fast permanent. Sie ziehen aber spätestens nach ein Paar Tagen wieder weg, nämlich wenn die Proteste gegen Fluglärm aus der Umgebung zu heftig werden.

Der Kunstflugraum ist ein senkrechter Rechteck, der sich direkt über die Betonbahn 13/31 erstreckt. Maximale Höhe : 4500 Fuß ASF,minimale Höhe 1500 Fuß ASF, Gesamtbreite 1 nautische Meile.

 

2.4 Der Funksprechverkehr

Wir haben bei den verschiedenen Flugbetriebformen gesehen, daß Wert auf einen ordentlichen Funkverkehr gelegt wird, natürlich im Interesse der Flugsicherheit. Hier rückt natürlich das Thema Sprache in den Vordergrund, da die Flugleitung nur französisch versteht (englisch ist für 1999 vorgesehen). Streng genommen dürfen auf dem Flugplatz in Blois nur Piloten fliegen, die französisch können. Nun, wir können nicht von unseren Gästen erwarten, daß sie in französisch promovieren, bevor sie in Urlaub fahren !

Um allen Pflichten und Wünsche gerecht zu werden, hat man sich also neuerdings darauf geeinigt, daß ausländische Segelflieger einige Begriffe aus der französischen Sprache beherrschen müssen. Diese Begriffe finden Sie unter dem Punkt "Sprechfunkverkehr" im Inhaltsverzeichnis, mit deutscher Übersetzung und phonetischer Aussprachehilfe.

 

2.5 Der IFR Anflugverfahren.

Nicht daß Segelflugzeuge in Frankreich auch IFR fliegen dürfen ! Der Flugplatz Blois le Breuil ist jedoch mit einem solchen Anflugverfahren dotiert und die Luftfahrtbehörde legt im Interesse der Sicherheit Wert darauf, daß wir unsere Gäste darüber informieren.

Dabei sollte man immer berücksichtigen, daß ein Flugzeug, der sich in dem IFR Anflugverfahren befindet immer Vorfahrt hat, auch gegenüber Segelflugzeuge.

Das Verfahren selbst wird ausführlich in Form einer Anflugkarte, beschrieben. Zusätzlich enthält eine transparente Auflage die zu diesem Verfahren zugehörigen Funksprüche.